• Freitag, 5. Oktober 2018
  • Jennifer Deigendesch

Wenn man von seinem Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis ausgestellt bekommen hat und man sich dieses durchliest, dann wird man auf den ersten Blick nichts Negatives in diesem finden können. Dass das so ist, liegt an der Tatsache, dass es eine ganz besondere und nicht ganz einfach zu verstehende und zu durchleuchtende Zeugnissprache gibt, welche unter anderem in den Arbeitszeugnissen ihre Anwendung findet. So mag sich hinter den rhetorischen Stilmitteln und Formulierungen, welche sich auf den ersten Blick positiv anhören mögen, eine nicht ganz so positive oder gar äußerst negative Bewertung verstecken.

Was ist der Grund für die Zeugnissprache?

Dass in einem Arbeitszeugnis diese ganz spezielle und äußerst verschlüsselte Zeugnissprache benutzt wird, hat ganz besondere und wichtige Gründe. Denn es ist rechtlich ganz genau geregelt, was in ein Arbeitszeugnis gehört und was nicht in einem solchen stehen und festgehalten werden darf.

Was wird durch die Zeugnissprache vermittelt?

Zunächst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Arbeitszeugnis nichts anderes, als die Bewertung der Arbeit der Person ist, für welche das Arbeitszeugnis ausgestellt ist.
Mit der Zeugnissprache werden somit die Leistungen, aber auch das generelle Verhalten und der Umgang mit den Kollegen am Arbeitsplatz umschrieben.

Unerlaubte Methoden

Zwar mag die Zeugnissprache äußerst kompliziert und nicht immer für jeden auf Anhieb zu verstehen sein, doch es ist etwas übertreiben, wenn man davon ausgeht, dass es einen Geheimcode der Arbeitgeber gibt, welcher sich auf dem Arbeitszeugnis befindet. Zwar wurde in der Vergangenheit oft versucht, das Arbeitszeugnis mit, für nicht eingeweihte, nicht nachvollziehbaren Unterstreichungen, Strichen, Punkten oder Kürzeln zu versehen, doch als diese Angelegenheiten von unterschiedlichen Gerichten geprüft wurden resultierte daraus, dass es verboten und rechtlich untersagt ist derartige Änderungen zu machen und geheime Codes in den Arbeitszeugnissen zu verwenden.

Die Übersetzung

Bei der Zeugnissprache handelt es sich nahezu bereits um eine eigene Sprache, welche nicht jeder beherrscht und welche es aus diesem Grund zu übersetzen gilt. So gibt es bestimmte Regelungen bezüglich der Zeugnissprache und wie man diese zu übersetzen hat.

Wie ist es zu der Entstehung der Zeugnissprache gekommen?

Viele Menschen fragen sich, wieso in dem Arbeitszeugnis nicht einfach und ohne durch die Blume zu sprechen oder mit der Sprache Brücken zu bauen die Wahrheit über die Leistungen und über das Verhalten an dem Arbeitsplatz gemacht werden.
Wäre es nicht viel einfacher, es stünde direkt in dem Arbeitszeugnis geschrieben, wie die Leistungen und das Verhalten waren, ohne dafür die Zeugnissprache beherrschen und übersetzen zu müssen? Es mag zwar einfacher und im Falle einer positiven Bewertung durchaus möglich sein auf die Anwendung der Zeugnissprache zu verzichten, doch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen hat sich diese Zeugnissprache entwickelt.

Die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Bewertung in den Arbeitszeugnissen

Gesetzlich sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet zum einen die Wahrheit über den Arbeitnehmer in einem Arbeitszeugnis zu schreiben und andererseits sind diese auch dazu verpflichtet, das Arbeitszeugnis nicht negativ, sondern stets wohlwollend zu formulieren. Das ist im Falle einer negativen Bewertung natürlich nur dann möglich, wenn das negative Verhalten durch eine positive Zeugnissprache umschrieben wird. So hört sich die Bewertung demnach erst positiv an, bedeutet aber, wenn man die Zeugnissprache übersetzt, etwas eigentlich weniger positives, wenn nicht gar negatives.
Somit kann man sagen, dass sich die Zeugnissprache entwickelt hat, um die strenge Regelung bezüglich der ehrlichen und dennoch wohlwollenden Bewertung zu umgehen und alles, sei es positiv oder negativ, stets positiv aussehen und klingen zu lassen.

Woher weiß man, wie die Zeugnissprache zu übersetzen ist

Nun ist es alles schön und gut und alles hört sich auf dem Arbeitszeugnis dank der Zeugnissprache durch und durch positiv an. Doch wie weiß man nun, ob das was in der Zeugnissprache auf dem Arbeitszeugnis steht, nun auch wirklich positiv gemeint ist. Woran erkennt man, dass sich hinter den rhetorischen Stilmitteln, welche die Grundlage für die äußerst komplexe und nicht sehr einfach zu übersetzende Zeugnissprache sind, eine eigentlich negative Bewertung versteckt?



Das Notensystem

Ein Vorteil der Zeugnissprache ist die Tatsache, dass es einige Formulierungen gibt, welche immer wieder und von den Arbeitgebern genau so auf dem Arbeitszeugnis verwendet werden. Diese lassen sich, je nach Art und Weise der Formulierung, auf das Notensystem der Schule übertragen. Da es auf einem Arbeitszeugnis keine Noten gibt, werden diese mit bestimmten Formulierungen der Zeugnissprache umschrieben.
An den folgenden Formulierungen kann man sich dabei in etwa orientieren:
Wenn der Betroffene seine Aufgaben stets zu der vollsten Zufriedenheit erfüllt hat, versteckt sich hinter dieser Formulierung der Zeugnissprache in der Regel die Note 1. Lautet die Formulierung in der Zeugnissprache ungefähr so, dass die Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit durchgeführt wurden, dann entspricht das der Note 1 bis 2.
Heißt es, dass die Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt wurden, ist das wie die Note 2. Die Note drei entspricht der Formulierung, dass die Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt wurden, und wenn die Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erfüllt wurden, kann man davon ausgehen, dass das in der Zeugnissprache einer Note 4 entspricht. Zwischen den beiden Noten 4 und 5 steht man in der Regel, wenn es in der Zeugnissprache heißt, dass die Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erfüllt wurden. Die schlechteste Note, welche das äquivalent zu der Note 5- ist, ist die Formulierung in der Zeugnissprache, dass man sich bemüht hat, die übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.
Bis auf die letzten Beispiele, welche sich in der Formulierung etwas stärker unterscheiden, wird man jetzt etwas stutzig und denken, dass sich an den ersten Formulierungen nahezu gar nichts geändert hat. Und genau das ist das fatale und das tückische an der Zeugnissprache. Durch ein Wort, welches in der Formulierung weggelassen wird, bekommt die Bewertung gleich eine ganz andere Bedeutung. Es ist also bereits sehr kompliziert und schwer, alleine diese genannten Formulierungen aus der Zeugnissprache zu übersetzen.
Nun ist es jedoch so, dass es nicht nur diese Formulierungen gibt, sondern dass die Zeugnissprache voller unterschiedlicher Formulierungen, rhetorischer Stilmittel und sprachlicher Brücken steckt, welche sich durch und durch positiv anhören. Hat man also ein ganzes Arbeitszeugnis zu übersetzen, welches in der Zeugnissprache geschrieben ist, dann ist es teilweise wirklich so, als wolle man einen Geheimcode oder eine geheime Sprache übersetzen.

Wie übersetzt man ein ganzes Zeugnis aus der Zeugnissprache in die richtige Sprache?

Um genau wissen und erkennen zu können, ob die Bewertung in einem Arbeitszeugnis positiv oder negativ ist, muss man dieses übersetzen. Wie bereits angedeutet und auch gezeigt wurde, ist dieses Vorhaben jedoch nicht ganz einfach. Es ist ungefähr mit der Deutung und Interpretation eines Gedichtes zu vergleichen, wie man es früher in der Schule im Deutschunterricht machen musste. Man muss die rhetorischen Stilmittel und die sprachlich gebauten Brücken nicht nur erkennen, sondern auch richtig übersetzen und deuten können. Kennt man sich auf diesem Gebiet nicht aus, dann ist das mitunter ganz schön schwer.

Die Recherche im Internet

Nun kann man sich natürlich hinsetzen und über das Internet sämtliche Formulierungen, welche sich auf dem Arbeitszeugnis befinden suchen und sich dann die unterschiedlichen Übersetzungen zu dieser Formulierung durchlesen und sich dann die beste aussuchen. Das hat jedoch nichts mit einer seriösen und vor allem wahrheitsgemäßen übersetzung des Zeugnisses zu tun. Möchte man wirklich wissen, was sich hinter den Formulierungen der Zeugnissprache verbirgt, sollte man sich an einen Spezialisten wenden.

Das Arbeitszeugnis von einem Spezialisten übersetzen lassen

Möchte man wirklich Licht ins Dunkle bringen und ganz genau wissen, was sich nun wirklich hinter den Formulierungen verbirgt, sollte man sich auf einen Profi verlassen. Für diese Zwecke muss man sich nicht persönlich zu einem Übersetzer begeben, welcher die Zeugnissprache beherrscht, sondern man kann sich sein Arbeitszeugnis ganz einfach und vollkommen unkompliziert über das Internet oder über eine spezielle und äußerst praktische App übersetzen lassen.
In dieser App, welche die Wahrheit ans Licht bringt und aufzeigt, welche positiven Formulierungen auch wirklich positiv gemeint sind und hinter welchen augenscheinlich positiven Formulierungen eine negative Bewertung steckt, sind die unterschiedlichsten Formulierungen, welche es nur gibt, um Leistungen und Verhalten positiv zu umschreiben, enthalten, sodass man sich sicher sein kann, dass sämtliche Formulierungen auf dem Arbeitszeugnis übersetzt werden.



Wissen was Sache ist

Es ist sehr wichtig, dass man sich sein Arbeitszeugnis übersetzen lässt und somit weiß, was in diesem steht und wie man die Formulierungen zu verstehen hat. Tut man dies nicht und lässt sich von den positiven Formulierungen blenden, dann kann man sich nicht auf mögliche Fragen und Zweifel durch den neuen potenziellen Arbeitgeber, bei welchem man sich mit diesem Zeugnis vorstellt, einstellen. Weiß man jedoch, wenn etwas Negatives in dem Arbeitszeugnis steht, kann man sich diesbezüglich einige Antworten und Erklärungen bereitlegen und dem potenziellen neuen Arbeitgeber diese negativen Bewertungen durch den ehemaligen Arbeitgeber erklären. Denn, wer denkt, dass der künftige Arbeitgeber die in Arbeitszeugnissen angewandte Sprache nicht beherrscht oder sich die Formulierungen nicht übersetzen lässt, der irrt. Schließlich möchte der neue potenzielle Arbeitgeber wissen, worauf er sich einlässt und wie sich der potenzielle neue Mitarbeiter auf seiner alten Arbeitsstelle verhalten hat.

Leistungen und Verhalten

Zwar gibt es die bereits oben genannten Formulierungen bezüglich der erbrachten Leistungen auf der Arbeit, doch es ist nicht gesagt, dass die Arbeitgeber diese auch wirklich so in dem Arbeitszeugnis festhalten. Zudem wird das Verhalten bewertet, was einen sehr großen Spielraum an vielen unterschiedlichen rhetorischen Stilmitteln und sprachlichen Brücken bildet, welche angewandt werden können. Es gibt nicht nur ein Schema und eine Formulierung, weshalb man sich für eine gute und vor allem wahrheitsgemäße Übersetzung immer auf einen Profi, wie zum Beispiel die gut sortierte und spezielle App verlassen sollte. So weiß man die wahre Bewertung und lässt sich nicht von den positiven Beschreibungen in die Irre führen.